Wie Du herausfindest, welcher Lerntyp Du bist und wie Du dieses Wissen für Deinen Lernerfolg nutzen kannst

Der deutsche Biochemiker und Systemforscher Frederic Vester stellte 1975 erstmals die Theorie der Lerntypen auf. Diese Theorie besagt, dass jeder Mensch je nach Veranlagung und Vorliebe auf eine andere Art und Weise effektiv lernt.
Wenn du weißt, welcher Lerntyp Du bist, kannst du das nutzen, um schneller zu lernen und Dir dauerhaft mehr zu merken. Auch Deine Lernmotivation steigt durch den erkennbaren Lernerfolg.
Natürlich solltest Du beim Lernen immer mehrere Sinne beanspruchen, da so die Anzahl der Verknüpfungen im Gehirn steigt und du im Endeffekt mehr behältst. Aber Dein persönlicher Lerntyp sagt aus, auf welche Methoden Du Deinen Schwerpunkt legen solltest.
Im Folgenden gebe ich Dir eine kurze Erklärung zu jedem Lerntyp. So kannst du schauen, in welchem Typ Du Dich wieder erkennst. Anschließend gebe ich Dir ein paar Tipps an die Hand, wie Du dieses Wissen für Deinen Lernerfolg nutzen kannst.

Der auditive Lerntyp

Wenn Du ein auditiver Lerntyp bist, kannst du dir gehörte Informationen besonders leicht merken. Du magst es, Erklärungen zuzuhören? Du liest Texte gerne laut oder führst beim Lernen Selbstgespräche? Dann stehen die Chancen hoch, dass Du auditiv veranlagt bist.
Das stört den auditiven Lerntypen: Umgebungsgeräusche aller Art sind eine absolute Störquelle für Dich. Den Fernsehen oder das Radio im Hintergrund laufen lassen? Fehlanzeige.
Und so nutzt du dieses Wissen: Spreche das Gelernte laut aus. Erkläre den Lernstoff Freunden oder Familienmitgliedern. Keiner da, den das interessiert? Egal, stelle Dir ein Kuscheltier auf den Schreibtisch oder scheue Dich nicht, Selbstgespräche zu führen. Bearbeite mündliche Aufgaben, wenn Du welche finden kannst. Sei kreativ und erfinde ein Lied zum Lerninhalt. Oder besorge Lern-CD´s, die Du auf Autofahrten, während der Hausarbeit oder beim Einschlafen hörst.
Sorge für eine ungestörte Lernumgebung. Schließe die Fenster, schalte Geräte ab und genieße die Ruhe.

Der visuelle Lerntyp

Du liebst es, zu lesen? Handlungsabläufe schaust Du Dir lieber in Ruhe an, als sie selbst durchzuführen? Dann bist Du womöglich ein visueller Lerntyp. Du magst Bilder und Infografiken, zeichnest gerne Mindmaps und schreibst stets alles mit. Optisch ansprechende Unterlagen sind Dir genauso wichtig wie eine schöne Lernumgebung. Die meisten Menschen würden sich in dieser Kategorie einordnen.
Das stört den visuellen Lerntypen: Unordnung! Bevor die Wohnung nicht aufgeräumt ist, kannst Du Dich nicht konzentrieren.
Und so nutzt Du dieses Wissen: Benutze farbige Stifte und Textmarker. Zeichne Dir während dem Lesen kleine Skizzen oder Mindmaps. Übersichtlicher wird´s mit einem Flipchart. Leihe Dir Filme aus, die Deinen Lerninhalt behandeln oder schaue passende Beiträge im Fernsehen. Versuche während dem Lernen, Dir im Kopf Bilder dazu auszumalen. Je lebendiger, umso besser! Am besten lernst Du mit Büchern, Bildern, Lernpostern und Videos. Auch Lernkarteien eignen sich super für Dich.

Der kommunikative Lerntyp

Wenn Du ein Thema so richtig durchdiskutiert hast, bleibt besonders viel hängen. Du sprichst gerne über den Lernstoff und setzt dich kritisch damit auseinander. Dir ist es wichtig, Dich mit anderen über das Thema auszutauschen und Fragen stellen zu können. Wie es aussieht, bist Du ein kommunikativer, auch intellektuell genannter, Lerntyp.
Das stört den kommunikativen Lerntypen: Lernen alleine zuhause am Schreibtisch ist nichts für diesen Typen.
Und so nutzt Du dieses Wissen: Gründe eine Lerngruppe, erkläre den Stoff anderen Menschen und suche die geistige Auseinandersetzung. Das Medium, mit welchem Du lernst, ist hier zweitrangig. Wichtig ist, dass Du Dich wirklich intellektuell damit auseinandersetzt. Rollenspiele sind eine gute Möglichkeit, alle Facetten eines Themas aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten.
Der motorische Lerntyp

„Learning by Doing“ ist Dein Motto. Was Du lernst, musst Du dir selbst erarbeiten. Du willst alles selber ausprobieren und es tut Dir gut, Dich während dem Lernen zu bewegen.
Du bist wahrscheinlich ein motorischer Lerntyp, auch haptischer Lerntyp genannt.
Das stört den motorischen Lerntypen: Still sitzen müssen, nur zuschauen dürfen ist für ihn beinahe unerträglich.
Und so nutzt Du dieses Wissen: Es motiviert Dich, schnellen Erfolg zu erleben. Übungsaufgaben eignen sich dafür sehr gut. Während Du einen Text liest, kannst Du in der Wohnung auf und ab gehen. Wenn möglich, nimm passende Gegenstände in die Hand. Experimente solltest Du nachmachen, wenn dies auf ungefährliche Weise machbar ist. Das Arbeiten in der Gruppe tut Dir ebenso gut wie der Einsatz von Körperbewegungen.

Na, hast Du Dich in einem der Lerntypen erkannt? Viele Menschen sind Mischtypen, das ist nicht ungewöhnlich. Wenn Du Dir immer noch nicht sicher bist, kannst Du auch einen kurzen Lerntypen-Test absolvieren.

Wie Zucker Deinen Lernerfolg verhindert

Kaum jemand schafft es, ganz darauf zu verzichten: Zucker. Das liegt nicht bloß an dem süßen Geschmack, sondern auch daran, dass der Verzehr das Belohnungssystem des Gehirns anregt. Dadurch möchte man immer wieder zu Schokolade, Kuchen oder Keksen greifen.

Aber wusstest Du auch, dass Zucker Deinem Lernerfolg schaden kann?

Das liegt daran, dass kurzkettige Kohlenhydrate – wie sie nun leider im Zucker vorkommen, vom Körper sehr schnell aufgenommen werden. Das hat den Nachteil, dass der Insulinspiegel sehr schnell und sehr hoch ansteigt. Es kommt zu so genannten Insulinspitzen. Kurz fühlst Du dich fröhlich, beschwingt und wach. Doch genau so schnell wie der Insulinspiegel im Blut angestiegen ist, fällt er auch wieder ab. Du fühlst dich plötzlich müde, schlapp, lustlos.

Das Gleiche gilt leider auch für solch leckere Speisen wie Nudeln, Brot oder Brötchen – solange diese aus Weißmehl bestehen.

Die gute Nachricht: Du kannst diese fiesen Insulinspitzen verhindern. Wie? Indem Du ganz einfach öfter auf Vollkornprodukte zurückgreifst. Das morgendliche Weißbrot durch ein gesundes Vollkornbrot auszutauschen dürfte Dir der Lernerfolg Wert sein. Und bei Lust auf Süßes?

Hier ein paar Vorschläge für gesunde, süße Snacks:

  • Trockenobst! Egal ob Rosinen, Datteln, Feigen oder getrocknete Mango – zum süßen Geschmack kommen noch wertvolle Mineralien in konzentrierter Form dazu. Kombiniert mit Nüssen ein idealer Snack während dem Lernen.
  • Ein Becher Naturjoghurt, gesüßt mit Agavendicksaft, Apfelsüße, Kokosblütenzucker oder Dinkelsirup. Du fragst Dich, wo du diese exotisch klingenden Zutaten herbekommst? Durchstöbere doch mal den nächstgelegenen Bioladen!
  • Frisches Obst. Besonders Beeren, Melone, Bananen und Äpfel liefern wertvolle Energie zum Lernen.
  • Eine Tasse selbstgemachter Kakao, am besten aus Backkakao. Der enthält keinen Industriezucker.
  • Selbstgemachtes Eis! Dafür einfach beliebiges Obst kleinschneiden, ins Gefrierfach legen und einige Stunden später mit einem Stabmixer pürieren. Je nach Geschmack kannst Du noch etwas natürliche Süße (siehe oben) hinzufügen.

Na, Appetit bekommen? Oder hast Du bereits Deine eigenen Superfoods entdeckt, die Dir das Lernen erleichtern? Lass uns an Deinen Erfahrungen teilhaben!

Wie wichtig Zusatzlektüre ist und wo Du sie herbekommst

Die Bedeutung von zusätzlicher Lektüre für das Fernstudium solltest Du nicht unterschätzen. Die Hefte der Fernlehrinstitutionen decken häufig nicht das gesamte geforderte Wissen ab. Zudem werden nicht alle Hefte regelmäßig aktualisiert und auf den Lehrplan des Bildungsministeriums, oder der jeweiligen Prüfstelle, angepasst.
Außerdem erzielt man bessere Ergebnisse, wenn man sich die Medien, mit denen man lernt, selbst nach eigenem Geschmack zusammenstellt. Hier ist nicht zuletzt der persönliche Lerntyp entscheidend.

Und so findest Du Zusatzlektüre – ohne viel Geld dafür auszugeben:

  • Durchstöbere Fernlerngruppen und Foren nach Bücherangeboten
  • Schaue auch regelmäßig auf Ebay und in anderen Kleinanzeigenmärkten vorbei, ob es passende Angebote für Dich gibt
  • Bringe in Erfahrung, ob es in Deiner Nähe eine Bibliothek gibt und falls ja, beantrage dort eine Mitgliedschaft
  • Mache Dich auf die Suche nach geeigneten Internetseiten, die Dir schnelle und zuverlässige Informationen zu Deinen Lernthemen liefern (Ich habe zum Beispiel gute Erfahrungen mit oberprima, dieser Biologieseite und dieser Seite für französische Konjugationen gemacht)

 

Wie stark beziehst Du  in Eure Abiturvorbereitung Zusatzlektüre  mit ein? Hast Du gute Quellen für Abitur Informationen, wie Bücher oder Internetseiten, auf die Du nicht verzichten willst? Mit welchen Büchern zum Lernen kommst Du besonders gut klar? Schreibe mir Deine Tipps und Empfehlungen im Kommentarfeld!