Geschafft! In jeglicher Hinsicht ;)

Seit genau vier Wochen und vier Tagen bin ich tatsächlich im Besitz des Abiturzeugnisses!
Ich hoffe, ihr habt Verständnis dafür, dass mein ausführlicher Bericht erst jetzt stattfindet, aber vier Wochen Urlaub von Allem mussten einfach sein.
Es folgt ein etwas längerer Beitrag,
aber zumindest bei mir war es so, dass ich im Vorfeld am liebsten alles bis ins kleinste Detail gewusst hätte und wer weiß, vielleicht geht es euch ja genauso? 😉

Der Ablauf

Zuerst möchte ich euch berichten, wie die einzelnen Prüfungen liefen. Da ich etwa 200km von Darmstadt entfernt wohne, habe ich mich für eine knappe Woche dort einquartiert, sodass ich nicht ständig pendeln musste. Geprüft wurde ich in Biologie, Erdkunde, Religion und Französisch.

Französisch war meine allererste mündliche Prüfung. Direkt ein Sprung ins kalte Wasser, denn ich habe noch nie ordentliches (!) Französisch mit jemandem gesprochen.
Auf der Autofahrt zur SGD habe ich mir gewünscht, dass meine Prüfung das Thema „Mateo Falcone“, das Buch von Prosper Merimée, behandelt. Und zu meiner großen Erleichterung kam genau das dran.
Einige Tage vorher habe ich selbst Fragen zu meinen Themen formuliert und diese mündlich beantwortet. Und in Französisch wurden tatsächlich genau die Fragen gestellt, die ich mir im Vorhinein bereits selbst gestellt hatte!
Dieses Prozedere kann ich euch also nur ans Herz legen, denn so ist man nicht mit etwas Glück super auf die Fragen vorbereitet, sondern lernt auch, Gelerntes angemessen zu formulieren.
Auch wenn ich noch nie ein ausführliches Gepsärch auf Französisch gehalten habe, habe ich meinen Prüfer gut verstehen und auf seine Fragen reagieren können.
Auch mein Wortschatz war entgegen meiner Erwartungen vollkommen ausreichend. Ein paar wichtige Wörter zum Thema habe ich mir in der Vorbereitungszeit aus dem Wörterbuch rausgeschrieben. Wusste ich wirklich ein Wort mal nicht, hat mein Prüfer mir sofort weitergeholfen.
Kleiner Anhaltspunkt: ich habe den kompletten Basiswortschatz mit vorgefertigtem Karteikasten gelernt sowie etwa die Hälfte des Erweiterten Wortschatzes. Zusätzlich habe ich mir Wörter, die ich im Verlauf der Zeit nachschlagen musste oder als wichtig empfand, in ein eigenes Buch eingetragen und mit Klebezetteln notiert, wann ich welche Wörter wiederholen muss, damit sie im Langzeitgedächtnis hängen bleiben. Das hat super funktioniert. (Soll ich das genauer erklären? Oder kennt ihr das schon? Schreibt mir einfach einen Kommentar )
Das Gespräch verlief relativ angenehm. Einige Tage später erfuhr ich dann, dass ich 8 Punkte bekommen habe, was in Anbetracht der Tatsache, dass ich Angst hatte, den einen Punkt, der zum Bestehen notwendig ist, nicht bekomme, für mich eine gute Leistung ist.

Am nächsten Tag folgte zunächst Biologie. Da ich seit einigen Monaten hier nur noch wiederholt hatte, fühlte ich mich ganz gut vorbereitet. Natürlich findet man immer etwas, das man noch nicht kann, aber davon dürft ihr euch nicht einschüchtern lassen, da sist ganz normal!
Ich habe dann Fragen zur Evolutionstheorie bekommen, die ich gut beantworten konnte. Mein Prüfer hat mich mit einigen Zwischenfragen irritiert, die ich nicht auf Anhieb beantworten konnte, da sie so nicht im Heft vorkamen, aber offenbar hatten diese keinen Einfluss auf meine Note.
Zum Ende hin wurde die Zeit etwas knapp und ich konnte nicht mehr alle Fragen ausführlich beantworten, aber die 14 Punkte, die ich dafür erhielt, machten mich sehr glücklich.
Da Biologie für mein weiteres Studium sehr wichtig ist, hat mir diese Note viel bedeutet. Eine schlechte Note hätte mich hier an meinen Fähigkeiten zu studieren zweifeln lassen.
In sofern habe ich mich hier doppelt gefreut!

Anschließend wurde ich, noch am gleichen Tag, in Erdkunde geprüft. Erdkunde war das Fach, in dem ich mich nach Französisch am unsichersten fühlte. Erwartet hätte ich, wenn es gut läuft, 5 Punkte. Tatsächlich erhalten habe ich 10.
Die Prüfung fing etwas irritierend an, da ich nicht den gleichen Atlas verwenden durfte, wie den, den ich in der Vorbereitung bekam. Außerdem habe ich in der Vorbereitung glatt eine Seite übersehen, sodass ich ganz schön improvisieren musste.
Ich bekam das Thema „Sahelzone“ und musste diese lokalisieren, die Klimafaktoren beschreiben, die Wanderbewegungen der Nomaden interpretieren, Demographiediagramme vergleichen und deuten und einige Zwischenfragen beantworten.
In Erdkunde kommt es vor allen Dingen darauf an, dass man die Fertigkeiten beherrscht. Karten lesen, Diagramme und Statistiken auswerten, Demographiediagramme deuten und interpretieren, die Hintergründe nennen… Wenn das sitzt, muss man fast nichts zum eigentlichen Thema wissen.
Hier hat mir das gleichzeitige Belegen von Politik schriftlich sehr geholfen. Hier gab es ein Heft zur Demographie und die Infos hieraus konnte ich sehr gut in der Erdkundeprüfung verwerten. Man sollte einfach logisch denken und schlussfolgern können und eventuell ein paar geschichtliche Fakten kennen.
In Erdkunde werden eben einige Fächer kombiniert, da kann etwas Grundwissen in diesen nicht schaden.

Meine letzte Prüfung war Religion. Hier habe ich wirklich viel gelernt und ein gutes Gefühl gehabt.
Zudem kam mein Lieblingsthema, der Buddhismus dran. Also hatte ich wirklich hohe Erwartungen.
Tatsächlich war der Text, den ich erhielt, sehr kompliziert. Es war ein Ausschnitt aus „Siddharta“ von Herman Hesse, und da ich das Buch zufälligerweise kannte, haben die Fragen der Prüfung nicht mehr so richtig zum Textausschnitt gepasst, da ich die Hintergründe kannte.
Außerdem waren die Fragen sehr missverständlich formuliert. Oft wusste ich gar nicht, was man eigentlich von mir hören wollte.
Ich habe mich dann so durch die Prüfung geangelt und das mitgeteilt, was ich wusste. Es kamen einige Zwischenfragen, die nichts mit meinen Themen zu tun hatten. So sollte ich zum Beispiel beschreiben, wie die Apostel der Bibel sich gegenseitig beeinflusst haben, obwohl das nichts mit meinen Schwerpunkten zu tun hatte.
Ich habe 8 Punkte erhalten und fand das für meine Leistung in Ordnung.
Allerdings war ich etwas enttäuscht, da ich zu diesem Thema eigentlich viel mehr gewusst hätte.

Wie sind die Prüfungen ausgefallen?

Insgesamt bin ich eigentlich zufrieden mit meinem Abiturzeugnis, ich habe einen guten Zweierschnitt erreicht. Erhofft habe ich mir anfangs eine 1 vor dem Komma, da mir das einen direkten Studienplatz gesichert hätte. Allerdings rückte das nach meiner Matheprüfung in unerreichbare Ferne.
Von allen Teilnehmern der schriftlichen Prüfung, haben es am Ende meines Wissens nach etwa 40% tatsächlich geschafft (keine Garantie!).
Besonders die Sprachen waren eine große Hürde. Deswegen auch hier noch mal der Appell an alle, die in einer Sprache geprüft werden, die sie komplett neu lernen: findet Lerngruppen, besucht Sprachkurse (günstig bei den Volkshochschulen), gönnt euch vielleicht sogar eine Sprachreise oder einen Nachhilfelehrer. Ich weiß, das ist finanziell oft einfach nicht drin, aber eine Sprache komplett selbstständig zu lernen, ist wirklich sehr anstrengend und wie man sieht, leider auch oft undankbar.

Die Abiturfeier

Die SGD hat sich wirklich Mühe gegeben, uns eine schöne Feier zu bescheren.
Abends fanden sich alle Teilnehmer hinter dem SGD-Gebäude ein, wo ein Fotograf Gruppenfotos im Garten machte.
Anschließend wurde eine nette Rede des Oberstudienrates gehalten, woraufhin die Zeugnisse ausgeteilt und Einzelfotos gemacht wurden.
Zum Schluss wurde mit Sekt aufs bestandene Externenabitur angestoßen. Sogar ein Buffet und eine Abi-Torte gab es 😉

Wie geht es mit meinem Blog weiter?

Die Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Mein Abitur habe ich jetzt, allerdings wird das Lernen auch in Zukunft noch einen großen und wichtigen Teil in meinem Leben ausmachen.
Außerdem gibt es noch so viele interessante Dinge über das Lernen zu schreiben.
Ich habe mich mit Lernmethoden, Gedächtnistraining, Meditation und auch Nahrungsmitteln, die das Lernen effektiver machen, beschäftigt. Ich habe Erfahrung mit dem Erstellen von Lernplänen gemacht, Schnell-Lese-Methoden ausprobiert und verschiedene Arten, Vokabeln zu lernen.
Kurz: Lernen ist so viel mehr, als bloß Lesen und Wiederholen!
Das alles finde ich sehr spannend und da ich auch das Schreiben sehr mag, würde ich den Blog gerne fortführen, wenn es interessierte Leser (und Lerner 😉 ) gibt und es sich zeitlich einrichten lässt.

Apropos Zeit …

Wie sieht meine Zukunft aus?
Also, mein absoluter, unerschütterlicher, alles einnehmende Traum ist: Tiermedizin.
Das ist, wofür ich lebe, womit ich meine Zeit verbringen will und was tief in mir drin brennt.Das ist, was mich glücklich machen wird.
(Übrigens: Zu diesem Thema habe ich auch ein kleines Projekt, welches ich jetzt ausbauen möchte: http://www.tiermenschnatur.blog.de ; über „Vorbeischauer“ freue ich mich aber auch jetzt schon 😉

Ich hoffe, Euch einen hilfreichen Einblick in meinen Fernlehrgang Abitur an der SGD gegeben zu haben und würde mich über Kommentare oder Mails (christinahess.1@web.de), gerne auch Anregungen oder Fragen sehr freuen!
All denen, die die großen Prüfungen noch vor sich haben, wünsche ich ganz, ganz viel Glück!

XOXO, Christina