Lerntipp: Sich zum Lernen überwinden

Kennt ihr das auch? Auf dem Schreibtisch liegt ein echt kompliziertes Mathe-Heft, an das man sich nicht mehr so wirklich rantraut, in Französisch hat man auch schon länger nichts mehr gemacht, weil die Grammatik so überwältigend wirkt und eigentlich wollte man ja noch eine Einsendeaufgabe fertig stellen.

Aber oft fehlt einfach die nötige Motivation, etwas anzupacken, das schwierig, zeitaufwändig oder einfach weniger attraktiv als eine andere Beschäftigungsmöglichkeit ist. Mir hilft da häufig ein kleiner „Überwindungstrick“.

Aber zuerst eine kurze Erklärung dazu, wie eine Handlung -wie beispielsweise das Lernen- eigentlich abläuft. Hierzu finde ich das „Handlungsabfolgemodell“ nach Heckhausen, auch Rubikonmodell genannt, sehr anschaulich.
Dieses besagt, dass eine Handlung aus genau drei Phasen besteht.

Zunächst beginnt der ganze Ablauf mit der so genannten Abwägephase: Diese ist besonders gemein, da man hier eine innere Diskussion darüber führt, ob man jetzt wirklich lernen will oder nicht doch lieber einen Abend mit Freunden oder die Couch bevorzugt. Je nachdem, wie willenstark man in diesem Moment ist, fällt die Entscheidung für oder gegen das eigentliche „Muss“.

Ist der Wille stark genug, kommt es zum Rubikon: man ist nun fest entschlossen, sich dem Lernen zu widmen, der Wille ist da und die magische Schwelle (Gott sei Dank!) überschritten. Das ist der schwierigste Teil beim Überwinden.

Ist der geschafft, beginnt dann endlich die Handlungsphase, es kann losgehen.

Zuletzt kommt es dann schließlich zur Bewertungsphase. War man im „Flow“, also der Stoff weder zu leicht, noch zu schwer und man selbst vollkommen konzentriert, fühlt man sich vielleicht ausgepowert, müde aber zufrieden.

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn man sich zum Handeln überwinden möchte, muss man die Abwägephase meistern und den Rubikon erreichen.

Mein Trick, das zu schaffen, ist eigentlich ganz simpel: Ich eliminiere die Abwägephase quasi, indem ich eine Probeminute starte. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, ob ich jetzt soll oder nicht, setze ich mich mit den entsprechenden Unterlagen hin und fange an. Ich sage mir dann: Wenn ich nach einer Minute immer noch keine Lust darauf habe, lege ich es wieder weg. Ganz, ganz selten kommt das vor. Denn meist kommt es zu folgendem Phänomen: Wenn ich erst einmal in den „Startlöchern“ sitze und beginne, mich mit dem Stoff auseinander zu setzen, werde ich neugierig und wenn ich mich erst einmal „eingelesen“ habe, merke ich, dass es gar nicht so schlimm ist.

Ostsee ´11

Ich wünsche euch ein schönes, motiviertes Wochenende!